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IFB 2026: 20 % für Investitionen, 22 % für Öko-Investitionen
Seit dem Jahr 2023 kann bei der Anschaffung oder Herstellung von Wirtschaftsgütern des abnutzbaren Anlagevermögens ein Investitionsfreibetrag (IFB) als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Die Abschreibung wird durch den IFB nicht berührt. Diese steht unabhängig davon zusätzlich zu. Der Investitionsfreibetrag kann nur im Jahr der Anschaffung oder Herstellung geltend gemacht werden. Für die Herstellung ist der Zeitpunkt der Fertigstellung, für die Anschaffung der Zeitpunkt der Erlangung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht maßgeblich. Bei Inanspruchnahme einer Pauschalierung steht der IFB nicht zu. Für begünstigte Investitionen, deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten im Zeitraum November 2025 bis Dezember 2026 anfallen, beträgt der Investitionsfreibetrag 20 % statt normalerweise 10 %, für begünstigte Öko-Investitionen 22 % statt 15 %. Die Bemessungsgrundlage ist auf € 1 Mio. pro Wirtschaftsjahr begrenzt.
Ab 2027 fallen die Sätze für den Investitionsfreibetrag nach derzeitiger Rechtslage wieder auf 10 % bzw. 15 % zurück. Bei ohnehin geplanten Investitionen kann es daher erheblich günstiger sein, diese noch im Jahr 2026 durchzuführen.
Begünstigt für den IFB sind Wirtschaftsgüter, die:
Stand: 26. August 2026
Letzte Chance zur Optimierung der persönlichen Steuerlast durch Wertpapieranschaffungen
Am 10.7.2026 wurde das Budgetbegleitgesetz 2027-2028 im Nationalrat beschlossen, das zahlreiche Anpassungen im Steuer-, Sozial- und Arbeitsrecht vorsieht. Eine wesentliche Änderung betrifft dabei die Aussetzung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages für Wertpapieranschaffungen ab dem kommenden Jahr. So wird für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2026 beginnen, die Nutzung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages temporär (zumindest bis zum Jahr 2030) ausschließlich auf Realinvestitionen eingeschränkt. Damit können ab diesem Zeitpunkt keine begünstigten Wertpapieranschaffungen mehr für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag herangezogen werden. Besonders betroffen von dieser Änderung sind Einzelunternehmerinnen bzw. Einzelunternehmer und Mitunternehmerinnen bzw. Mitunternehmer, die oftmals keinen großen Bedarf an Sachanlageinvestitionen aufweisen.
Den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag können in Österreich grundsätzlich natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften nutzen. Übersteigt der Gewinn aus diesen betrieblichen Tätigkeiten € 33.000,00, kann bei entsprechender Investitionstätigkeit der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag berücksichtigt werden.
Dieser beträgt:
Die Höchstsumme des steuerwirksam berücksichtigbaren investitionsbedingten Gewinnfreibetrages beträgt für das Jahr 2026 demnach € 41.450,00.
Um eine optimale Nutzung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages zu gewährleisten, sollten Unternehmer überlegen, etwaige nicht sofort benötigte Sachanlageinvestitionen von 2026 auf 2027 zu verschieben, um das geforderte Investitionserfordernis für das Jahr 2026 vorläufig letztmalig durch begünstigte Wertpapieranschaffungen abzudecken. Die in das Jahr 2027 verschobenen Sachanlageinvestitionen können dann im kommenden Jahr als Realinvestitionen für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag berücksichtigt werden.
Stand: 27. Oktober 2026
Gerichte lehnen Bearbeitung von KI-generierten Rechtsmitteln ab
Künstliche Intelligenz (KI) hat mittlerweile Einzug in fast alle Lebensbereiche gehalten. Dass mittels KI erstellte Schriftsätze allerdings nicht immer fehlerfrei sind, zeigen zwei aktuelle Gerichtsentscheidungen, in denen eine inhaltliche Auseinandersetzung mit mittels KI generierten Rechtsmitteln aufgrund erheblicher fachlicher Mängel unterblieb.
Sowohl der Oberste Gerichtshof (OGH) als auch jüngst das Bundesfinanzgericht (BFG) waren mit KI-generierten Rechtsmitteln konfrontiert. Beide Rechtsmittel waren mithilfe von KI erstellt worden und enthielten zahlreiche Fehler hinsichtlich der verwendeten Literatur- und Judikaturquellen. So wurden in beiden Rechtsmitteln sowohl nicht existente Geschäftszahlen zitiert als auch gerichtliche Entscheidungen in einem völlig falschen Kontext wiedergegeben bzw. interpretiert. In beiden Fällen setzten sich die Gerichte aufgrund der erheblichen fachlichen Mängel nicht näher mit den entsprechenden Ausführungen auseinander.
Sowohl der Oberste Gerichtshof als auch das Bundesfinanzgericht weisen darauf hin, dass Rechtsmittel ein entsprechendes fachliches Argumentationsniveau aufweisen müssen. So hat sich der OGH jüngst mit einer mittels KI generierten Beschwerde aufgrund zahlreicher Fehlzitate nicht näher auseinandergesetzt, da dieser das erforderliche fachliche Argumentationsniveau fehlte. Auch das BFG verweigerte jüngst die fachliche Auseinandersetzung mit einer mittels KI generierten Beschwerde und begründete dies wie folgt: „Durch sogenannte ‚künstliche Intelligenz‘ erstellte Vorbringen sind keine geeigneten Begründungen in einem Rechtsmittelverfahren und müssen daher nicht näher erläutert werden.“
Es zeigt sich somit, dass KI eine fundierte fachliche Beratung keinesfalls ersetzen kann.
BFG vom 9.6.2026, RV/6100033/2026
OGH vom 7.10.2025, 14 Os 95/25i
Stand: 27. Oktober 2026
Entfall der Telearbeitspauschale und der Aufzeichnungspflichten für Telearbeitstage
Durch das Inkrafttreten des Budgetbegleitgesetzes 2027-2028 kommt es auch hinsichtlich der steuerlichen Behandlung von Homeoffice ab dem 1.1.2027 zu wesentlichen Änderungen. Diese betreffen insbesondere nachfolgende Bereiche:
Die Telearbeitspauschale, die es einer Arbeitgeberin bzw. einem Arbeitgeber ermöglicht, für Telearbeitstage bis zu € 3,00 pro Tag (maximal € 300,00 pro Jahr) abgabenfrei an eine Arbeitnehmerin bzw. einen Arbeitnehmer auszuzahlen, entfällt ab dem 1.1.2027. Damit kann die Telearbeitspauschale künftig weder steuerfrei über die Lohnverrechnung ausbezahlt noch als Werbungskosten im Rahmen der Veranlagung geltend gemacht werden. Gleichzeitig entfallen auch die entsprechenden Befreiungen im Bereich der Sozialversicherung und der Lohnnebenkosten. Auch für Selbstständige entfällt ab dem 1.1.2027 die Möglichkeit der Berücksichtigung der kleinen und der großen Arbeitsplatzpauschale.
Bis Ende des Jahres 2026 sind Arbeitgeber verpflichtet, die Anzahl der Telearbeitstage am Lohnkonto und auf dem steuerlichen Jahreslohnzettel (L16) zu erfassen. Ebenso ist die steuerfrei ausbezahlte Telearbeitspauschale am Lohnkonto zu erfassen. Infolge des Wegfalls der abgabenfreien Telearbeitspauschale entfällt ab 2027 auch die Verpflichtung zur Erfassung der Telearbeitstage am Lohnkonto sowie auf dem Jahreslohnzettel.
Aufwendungen für privat angeschafftes, ergonomisch geeignetes Mobiliar (wie Schreibtische oder Drehstühle) können weiterhin bis zu € 300,00 pro Kalenderjahr als Werbungskosten im Rahmen der Veranlagung geltend gemacht werden. Auch das klassische Arbeitszimmer im Wohnungsverband bleibt unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin steuerlich abzugsfähig.
Stand: 27. Oktober 2026
Wer bekommt künftig wie viel?
Der Familienbonus Plus ist ein steuerlicher Absetzbetrag, der die Einkommen- oder Lohnsteuer von bezugsberechtigten Eltern bzw. Erziehungsberechtigten direkt verringert. Der Familienbonus Plus beträgt € 166,68 monatlich (€ 2.000,16 jährlich) pro Kind bis zum 18. Geburtstag. Nach dem 18. Geburtstag des Kindes steht ein reduzierter Familienbonus Plus in Höhe von € 58,34 monatlich (€ 700,08 jährlich) zu, sofern für dieses Kind weiterhin Familienbeihilfe bezogen wird. Bislang konnte der Familienbonus Plus entweder jeweils zur Hälfte bei beiden Anspruchsberechtigten oder zur Gänze bei nur einem Anspruchsberechtigten berücksichtigt werden.
Ab 1.1.2027 wird die Aufteilung des Familienbonus Plus neu geregelt. Die bisherigen Aufteilungsmöglichkeiten stehen künftig nur noch insoweit zur Verfügung, als das Kind das 4. Lebensjahr noch nicht vollendet sowie bei erhöhter Familienbeihilfe oder wenn ein weiteres Kind unter vier Jahren im gemeinsamen Haushalt lebt. In diesen Fällen kann der Familienbonus Plus weiterhin im Verhältnis 50:50 aufgeteilt oder zur Gänze von einer Person beansprucht werden.
Hat das Kind das 4. Lebensjahr vollendet, gelten ab 1.1.2027 folgende Aufteilungsregeln:
Alleinerziehende können den Familienbonus Plus weiterhin zu 100 % berücksichtigen.
Stand: 27. Oktober 2026
Verwaltungsgerichtshof trifft Entscheidung zum Sachbezug bei Wechselkennzeichen
Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hatte sich jüngst mit der Frage zu befassen, wie der Sachbezug für die Privatnutzung von Firmenfahrzeugen zu ermitteln ist, wenn einem Gesellschafter-Geschäftsführer zwei Firmenfahrzeuge mit Wechselkennzeichen auch für private Fahrten zur Verfügung stehen. Strittig war dabei insbesondere, ob für beide Fahrzeuge gemeinsam ein durchschnittlicher Sachbezugswert herangezogen werden kann oder ob für jedes Fahrzeug ein gesonderter Sachbezug anzusetzen ist. Das Bundesfinanzgericht (BFG) hatte zunächst die Anwendung der Durchschnittswertregelung für zulässig erachtet, wonach der Sachbezug nicht mehrfach, sondern nur auf Basis eines Durchschnittswertes festgesetzt wird.
Der VwGH widersprach in seiner Entscheidung der Auffassung des BFG hinsichtlich der Anwendung der Durchschnittswertregelung. Die Durchschnittswertregelung sei nämlich nur für sogenannte Fahrzeugpools vorgesehen, bei denen mehrere Arbeitnehmer unterschiedliche Fahrzeuge abwechselnd nutzen können. Eine Anwendung der Durchschnittswertregelung in anderen Fällen könnte nach Ansicht des VwGH ansonsten zu sachlich nicht gerechtfertigten Ergebnissen führen. So ließe sich der Sachbezugswert eines höherwertigen Fahrzeugs dadurch reduzieren, dass dem Betroffenen zusätzlich ein günstigeres Fahrzeug zur privaten Nutzung überlassen wird.
Stehen einem Gesellschafter-Geschäftsführer mehrere Firmenfahrzeuge exklusiv auch für private Fahrten zur Verfügung, ist für jedes Fahrzeug ein eigener Sachbezug anzusetzen. Die Verwendung eines Wechselkennzeichens ändert daran nichts.
VwGH v. 13.5.2026 Ra 2025/13/0045
Stand: 27. Oktober 2026
Erneut deutlicher Anstieg bei der Höchstbeitragsgrundlage
Die Österreichische Gesundheitskasse hat jüngst die voraussichtlichen Sozialversicherungswerte für das Jahr 2027 veröffentlicht. Die Aufwertungszahl für das Jahr 2027 beträgt 1,046. Die Geringfügigkeitsgrenze wird für das Jahr 2027 neuerlich nicht aufgewertet und bleibt damit unverändert. Die tägliche Höchstbeitragsgrundlage wird hingegen zusätzlich zur regulären Valorisierung um € 5,00 pro Tag erhöht.
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Geringfügigkeitsgrenze monatlich |
€ 551,10 |
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Grenzwert für die Dienstgeberabgabe |
€ 826,65 |
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Höchstbeitragsgrundlage monatlich |
€ 7.410,00 |
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Höchstbeitragsgrundlage täglich |
€ 247,00 |
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Höchstbeitragsgrundlage jährlich für |
€ 14.820,00 |
|
Höchstbeitragsgrundlage monatlich für freie Dienstnehmer ohne Sonderzahlungen |
€ 8.645,00 |
Durch das Budgetbegleitgesetz 2027-2028 wird die bisherige Staffelung des Dienstnehmeranteils am Arbeitslosenversicherungsbeitrag schrittweise abgeschafft, weshalb für 2027 zwischen bereits bestehenden und neu beginnenden Dienstverhältnissen zu differenzieren ist.
Für am 31.12.2026 aufrechte Dienstverhältnisse gelten ab 1.1.2027 folgende Werte:
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Monatliche Beitragsgrundlage |
Dienstnehmeranteil |
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bis € 2.327,00 |
0,50 % |
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über € 2.327,00 bis € 2.539,00 |
1,50 % |
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über € 2.539,00 bis € 2.751,00 |
2,50 % |
|
über € 2.751,00 |
2,95 % |
Für Lehrlinge in einem am 31.12.2026 aufrechten Dienstverhältnis gelten folgende Werte:
|
Monatliche Beitragsgrundlage |
Lehrlingsanteil |
|
bis € 2.327,00 |
0,50 % |
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über € 2.327,00 |
1,15 % |
Für ab 1.1.2027 beginnende Dienstverhältnisse gelten hingegen folgende Grenzbeträge:
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Monatliche Beitragsgrundlage |
Dienstnehmeranteil |
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bis € 2.327,00 |
1,00 % |
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über € 2.327,00 bis € 2.539,00 |
2,00 % |
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über € 2.539,00 |
2,95 % |
Für Lehrlinge, deren Dienstverhältnis ab 1.1.2027 beginnt, gelten folgende Werte:
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Monatliche Beitragsgrundlage |
Lehrlingsanteil |
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bis € 2.327,00 |
1,00 % |
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über € 2.327,00 |
1,15 % |
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Für Versicherte, die kein Entgelt oder keine Bezüge erhalten |
€ 1.164,90 |
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Für Zivildiener |
€ 1.638,00 |
Die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt bleibt abzuwarten.
Stand: 27. Oktober 2026
Verpflichtende Umsetzung der elektronischen Rechnung bis 1. Juli 2030
Mit März 2025 hat die EU eine wesentliche Richtlinie (EU 2025/516) veröffentlicht, welche Teil des Reformpakets „VAT in the Digital Age“ (ViDA) ist und durch welche das Mehrwertsteuersystem an die Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden soll.
Ein zentraler Bestandteil der EU-Richtlinie ist die verpflichtende elektronische Rechnungsausstellung bei innergemeinschaftlichen B2B-Transaktionen. Ab 1.7.2030 müssen Rechnungen zwischen Unternehmen im EU-Raum verpflichtend in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen werden. Herkömmliche Formate wie PDF erfüllen diese Anforderungen künftig nicht mehr. Da die Richtlinie auch für Österreich verbindlich ist, muss auch in Österreich hier zwingend eine Umsetzung dieser bis 1.7.2030 erfolgen.
Mit der E-Rechnung wird gleichzeitig auch ein digitales Meldesystem (Digital Reporting Requirements – DRR) eingeführt. Innergemeinschaftliche Lieferungen sowie bestimmte Umsätze, die dem Reverse-Charge-Verfahren unterliegen, müssen künftig elektronisch fakturiert und digital gemeldet werden.
Ab Juli 2030 können daher Papier- und andere nicht den neuen Vorgaben entsprechende Rechnungsformate somit nur noch für Geschäftsvorfälle (z. B. Inlandsumsätze im B2B-Bereich, B2C-Transaktionen) verwendet werden, die nicht von den digitalen Meldepflichten erfasst sind.
Für rein nationale Umsätze zwischen österreichischen Unternehmen sieht die Richtlinie keine unmittelbare Verpflichtung zur elektronischen Rechnungslegung vor. Die Richtlinie eröffnet den Mitgliedstaaten jedoch die Möglichkeit, auch eine nationale elektronische Rechnungspflicht einzuführen. Ob dies auch in Österreich geschehen wird, ist aktuell noch offen.
Stand: 27. September 2026
Finanzverwaltung prüft verstärkt Corona-Hilfen im Zuge von Betriebsprüfungen
Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat jüngst entschieden, dass für staatliche Corona-Hilfen die EU-Höchstgrenzen pro Konzern und nicht pro Gesellschaft gelten. Da im Rahmen der Pandemie allerdings Hilfen vielfach auf Basis einzelner Gesellschaften berechnet und ausbezahlt wurden, bedeutet dies, dass viele Unternehmen nunmehr die empfangenen Hilfen teilweise wieder zurückzahlen müssen.
Dies ist auch mitunter der Grund, warum aktuell die Corona-Hilfen vielfach auch im Fokus der Betriebsprüfung stehen. Dabei gilt es zu beachten, dass für Unterlagen im Zusammenhang mit Corona-Hilfen häufig verlängerte Aufbewahrungspflichten gelten, welche über die allgemeine 7-jährige Aufbewahrungsfrist teilweise deutlich hinausgehen.
| Kurzarbeitsbeihilfe | 10 Jahre nach Ende des Kalenderjahres der letzten Auszahlung |
| AWS Investitionsprämie | 10 Jahre nach Ende des Kalenderjahres der letzten Auszahlung |
| Fixkostenzuschuss/FKZ 800.000,00 | 7 Jahre nach Abschluss des Fördervertrags |
| Ausfallsbonus | 7 Jahre nach Abschluss des Fördervertrags |
| Verlustersatz | 7 Jahre nach Abschluss des Fördervertrags |
| Härtefallfonds | 7 Jahre nach Ende des Kalenderjahres der gesamten Förderung |
| NPO Unterstützungsfonds | 7 Jahre nach Ende des Kalenderjahres der gesamten Förderung |
Stand: 26. August 2026
Welche Unterlagen sollten stets aktuell und vollständig vorliegen?
Bei einer GPLB-Prüfung (Gemeinsame Prüfung Lohnabgaben und Beiträge) zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass Unterlagen fehlen oder unvollständig sind. Dies kann unangenehme Folgen haben, denn für die ordnungsgemäße Führung der Aufzeichnungen sind letztlich die verantwortlichen Leitungsorgane – etwa Geschäftsführung, Vorstand oder Vereinsführung – zuständig. Um Beanstandungen und mögliche Strafen zu vermeiden, sollten insbesondere folgende Unterlagen stets vollständig und aktuell geführt werden:
Für jede Dienstnehmerin bzw. jeden Dienstnehmer ist ein Lohnkonto zu führen. Darin sind neben den persönlichen Daten insbesondere die ausbezahlten Bezüge, die Lohnabgaben sowie die jeweiligen beitragsrechtlichen Grundlagen zu erfassen. Welche Angaben verpflichtend sind, regelt die Lohnkontenverordnung. Fehlt das Lohnkonto bei einer Prüfung oder ist es mangelhaft geführt, können finanzstrafrechtliche Konsequenzen drohen.
Ebenso wichtig ist eine nachvollziehbare Dokumentation der Arbeitszeiten. Aufzuzeichnen sind unter anderem die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit sowie die vorgesehenen Ruhezeiten und Ruhepausen. Auch Tätigkeiten während Wochen-, Ersatz- oder Feiertagsruhe müssen entsprechend dokumentiert werden. Bei Arbeitszeitmodellen mit Durchrechnungszeiträumen sind zusätzlich deren Beginn und Dauer festzuhalten.
Je nach Beschäftigungsverhältnis können im Zuge einer GPLB-Prüfung weitere Nachweise verlangt werden, wie beispielsweise:
Unser Tipp: Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Personal- und Lohnunterlagen vollständig, aktuell und nachvollziehbar dokumentiert sind. So sind Sie für eine GPLB-Prüfung gut vorbereitet und reduzieren das Risiko von Beanstandungen und Strafen.
Stand: 27. September 2026
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